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Aufzug mit KfW Förderung kaufen – So geht’s

Mit dem Kauf eines Aufzugs sind hohe finanzielle Investitionen verbunden. Die Pflegeversicherung kommt im Regelfall nur für einen Teil der anfallenden Kosten auf. Viele Käufer sind daher auf öffentliche Initiativen angewiesen. Unterstützung erhalten sie von der staatlichen Förderbank für Wiederaufbau (KfW). Die KfW bietet mit dem Programm 455 ein eigenes Förderprogramm zum barrierefreien Umbau von Wohnraum an.

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Durch den Einbau eines Aufzugs kann eine pflegebedürftige Person ihre Selbständigkeit aufrechterhalten. Menschen können so länger in den eigenen vier Wänden leben. Doch mit der Anschaffung sind hohe finanzielle Investitionen verbunden. Ein Teil hiervon muss eigenfinanziert werden. Das ist nicht immer einfach, denn es geht oft um mehrere zehntausend Euro.

Investition in einen Aufzug

Die Anschaffung eines Aufzugs ist mit hohen Kosten verbunden. Selbst bei einfachen Aufzügen liegt die Investition schnell bei über 15.000 Euro. Bei komplexen Einbausituationen, mehr als 3 Etagen oder bestimmten individuellen Anforderungen, können die Preise auch leicht auf über 25.000 Euro steigen. Der Kauf einer Aufzugsanlage ist daher eine große Investition.

Die gesetzliche Krankenkasse kommt für die anfallenden Kosten nicht auf. Da Aufzüge nicht zu den medizinischen Hilfsmitteln gehören, müssen Krankenversicherungen auch keine Zuzahlungen leisten. Pflegeversicherungen wiederum beteiligen sich nur dann an den Kosten, wenn der Antragsteller eine Pflegestufe besitzt und nachweisen kann, das der Einbau notwendig ist. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine pflegebedürftige Person ohne Hilfe einer anderen Person, nicht mehr ihre Wohnung oder ihr Einfamilienhaus verlassen kann. Viele Interessenten müssen daher Eigeninitiative zeigen und den Aufzug ganz oder teilweise selbst finanzieren.

Förderung durch die KfW Bank

Die KfW Bank ist eine staatliche Förderbank. Ihr Ziel ist nicht ausschließlich die Gewinnmaximierung, sondern auch die Förderung von gesellschaftlichen Projekten. Die KfW legt Programme auf, die sich mit speziellen Themen befassen, die als förderungswürdig erachtet werden und politisch gewollt sind. Ein solches Thema ist das Programm „Altersgerecht Umbauen“. Über die Programme 455 und 159 fördert die KfW Bank auch den Einbau eines Aufzugs oder Treppenlifts. Aufzüge sind aber nicht das einzige Anwendungsgebiet des Förderprogramms.

kfw bank FörderungFotosQuelle: kfw.de | Pressebild der KfW Bank

Über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ können alle baulichen Veränderungen und Modernisierungsmaßnahmen finanziert werden, die bestimmte Auflagen erfüllen. Mit den geförderten Maßnahmen sollen moderne Umrüstungen finanziert werden, die es Menschen ermöglichen sollen, unabhängig von ihren körperlichen Einschränkungen zu Hause wohnen zu bleiben. Die Förderung kann sowohl von Hauseigentümern, als auch von Mietern oder Vermietern in Anspruch genommen werden. Mit den staatlichen Investitionen in den Privatbereich, soll vor allem das Pflegesystem entlastet werden.

Programm „Altersgerecht Umbauen“

Die KfW führt das Programm „Altersgerecht Umbauen“ unter der internen Nummer 159 bzw. 455. Es besteht aus zwei Teilbereichen. Einerseits ist dies ein zinsgünstiger Kredit (Nr. 159), andererseits eine direkte finanzielle Förderung in Form eines Zuschusses (Nr. 455). Maximal ist so eine Förderung in Höhe von 12,5 Prozent der Umbaukosten möglich. Achtung: Da die Bundesregierung bislang keine neuen Mittel freigegeben hat, wird das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ den Zuschuss (Nr. 455) in Zukunft vermutlich nicht mehr enthalten. Gesichert ist der Zuschuss nicht, er kann jederzeit auslaufen. Beim Kredit (Nr. 155) sieht dies anders aus.

In erster Linie bietet das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ (Nr. 155) günstige Kreditkonditionen. Die Zinssätze bewegen sich also deutlich unterhalb dessen, was normale Banken verlangen. Die KfW finanziert bis zu 100 Prozent der anfallenden Kosten, maximal jedoch 50.000 Euro. Die tatsächlichen Zinsen sind individuell unterschiedlich. Der Zinssatz beginnt bei 0,75 Prozent effektiv pro Jahr und ist damit extrem günstig. Laufzeiten bis zu 30 Jahren sind bei maximal 10-jähriger Zinsbindung möglich. Alternativ wird ein endfälliges Darlehen mit bis zu acht Jahren Laufzeit angeboten. Jederzeit und kostenfrei kann dabei eine Sondertilgung erfolgen.

Mit dem KfW-Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ können in 7 Bereichen Maßnahmen einzeln oder in Kombination gefördert werden.

A: Wege zu Gebäuden und Außenanlagen
B: Eingangsbereich und Wohnungszugang
C: Überweindung von Treppen und Stufen
D: Umgestaltung der Raumgeometrie
E: Maßnahmen an Sanitärräumen
F: Bedienelemente und Hilfesysteme
G: Umgestaltung zu Gemeinschaftsräumen

Der Antrag kann sowohl von Hauseigentümern, als auch von Mietern oder Vermietern gestellt werden. Die Abwicklung erfolgt über die jeweilige Hausbank. In jedem Fall muss der Antrag vor Beginn der Umbauarbeiten erfolgen. Dies gilt auch für das Programm (Nr. 455). Ob dieses langfristig fortgesetzt wird, ist unklar. Bis dahin bietet das Programm einen Zuschuss, der maximal 12,5 Prozent der Umbaumaßnahmen beträgt. Der Zuschuss ist dabei unabhängig vom Kredit, er kann also auch in Anspruch genommen werden, wenn der Aufzug komplett selbst finanziert wird.

Zuschuss durch die Pflegeversicherung

Eine Förderung für Umbaumaßnahmen kann auch von der Pflegeversicherung bewilligt werden. Sofern mindestens die Pflegestufe eins vorliegt, kann die Pflegeversicherung den Einbau eines Aufzugs mit bis zu 4.000 Euro fördern. Der Antragsteller muss dabei einen Eigenanteil in Höhe von mindestens 10 Prozent der Gesamtkosten übernehmen. Zudem muss er nachweisen, das der Aufzug notwendig ist und andere Hilfsmittel wie Treppenlift oder ein Plattformlift nicht installiert werden können. Der Zuschuss der Pflegeversicherung finanziert die Anschaffung eine Aufzugs nur zum Teil. Er kann allerdings mit dem Investitionszuschuss der Kfw Bank kombiniert werden. Der noch verbleibende Restbetrag kann dann per Kredit ebenfalls über die KfW Bank finanziert werden. Wie hoch der Kostenzuschuss im Einzelfall ist, muss bei der eigenen Pflegeversicherung erfragt werden.

Von den gesetzlichen Krankenkassen gibt es im Übrigen keine Zuschüsse. Da es sich bei einem Aufzug nicht um ein medizinisches Hilfsmittel handelt, müssen Krankenkassen auch keine Kosten übernehmen. Die Kosten einer Aufzugsanlage können unter Umständen jedoch von anderen Kostenträgern, wie etwa einer Berufsgenossenschaft oder Haftpflichtversicherung bzw. von Sozial- und Versorgungsämtern anteilig übernommen werden. Ob eine solche Förderung im Einzelfall möglich ist, sollte mit der Aufzugsfirma beim ersten Beratungsgespräch erörtert werden. Zuschüsse sind gegebenenfalls auch über private Versicherungen möglich. So kann zum Beispiel die Unfallversicherung die Anschaffung eines Aufzugs unter bestimmten Voraussetzungen bezuschussen, wenn bereits eine Pflegestufe beantragt wurde.

Muster-Antrag zum Download – Antrag auf einen Zuschuss zur Verbesserungsvorschlag

Wichtig ist, das dem Betroffenen vor Antragstellung eine Pflegestufe zugewiesen wurde. Nur derjenige hat einen Anspruch auf Kostenzuschuss, welcher mindestens in die Pflegestufe 1 eingeteilt wurde. Ist dies nicht der Fall, wird die Pflegeversicherung den Kauf eines Aufzugs nicht bezuschussen.

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